Decay

Decay

2022, Klangskulptur, Schaltkreise, Körperschall-Lautsprecher, Uranglass, Metallplatten, Wasser

Dauer: 20.402 Jahre

 

In einer Zeit, in der die Auswirkungen des vom Menschen verursachten Klimawandels und der Zerstörung unseres Planeten unausweichlich ins Zentrum rücken, macht Decay abstrakte globale Transformationsprozesse und Vorgänge von Umweltzerstörung sicht- und erfahrbar. Die Dauerinstallation basiert auf – mithilfe eines Geigerzählers präzise gemessenen – Zerfällen von Atomen ausgehend von einem schwach radioaktiven in die Skulptur eingebauten Uranglasses, welche Wassertropfen freisetzen und die oberste einer Reihe von Metallplatten in Schwingung versetzt. Diese Schwingung resoniert in den darunter liegenden Platten, die durch Körperschall-Lautsprecher und Mikrofone in einem komplexen Netzwerk elektroakustischer Rückkopplung miteinander verbunden sind. Die auf die Metallplatten fallenden Wassertropfen sind musikalische Artikulationen, Augenblicke eines langsam stetigen und schier ewigen endlichen Prozesses. So wird der Zerfallsprozess in Klänge übersetzt und durch die Transformation der Materie sichtbar gemacht. 

Für die Wartung, den Erhalt der Infrastruktur und die Vermittlung des Prinzips der Skulptur gibt es eine Partitur. Um diese, ähnlich der Atomsemiotik, visuell auf eine Art festzuhalten, die auch noch entziffert werden kann, wenn unsere heutigen Sprachen nicht mehr verstanden werden, hat die Künstlerin Elisabeth Liselotte Kraus Übersetzungen gesucht, die mithilfe von Lasergravur in einem Glasquader konserviert sind.

 

Künstlerische Idee: Julian Rieken 

Konzept & Umsetzung: Paul Hauptmeier, Martin Recker

Schaltkreise: Victor Mazón Gardoqui

Zeichnungen: Elisabeth Liselotte Kraus

Fotos: Peter Adamik, Paul Hauptmeier, Martin Recker

Client: Impuls Festival
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